Mit kleinem Budget durch Brasilien

Rio erleben mit schmalem Budget - geht das überhaupt?

Mit kleinem Budget durch Rio de Janeiro

Die Stadt an der Copacabana gilt als die zweitteuerste Stadt der Welt, wenn es um die Hotelpreise geht, hat das Hotelportal HRS analysiert. Selbst für ein Stockbett im Mehrbettzimmer der Luxuspreis von 900 Reais, also etwa 290 Euro, zu berappen war.

Auch sonst können Urlauber viel Geld in der Stadt lassen – wenn sie wollen. Denn es geht auch anders. Egal ob Übernachtung, Strände, Essen, Ausflüge oder Fahrten in der Stadt – es gibt alles auch als Varianten in der Geldbeutelgröße "Low Budget". Und die sind oft um einiges individueller und schöner. Die besten Tipps für Rio mit kleinem Budget:

Günstige Unterkünfte

Hostels haben sich in den vergangenen Jahren vom etwas angestaubten Jugendherbergsschick vielfach zu Insider-Treffs für Individualreisende, Rucksacktouristen und Weltenbummler gemausert. Hier lernen sich die Reisenden aus aller Welt kennen und tauschen sich aus. Und so gibt's für kleines Geld außer einem Schlafplatz oft auch nette Begegnungen und dazu noch die besten Reisetipps für die Cidade Maravilhosa, der „wunderbaren Stadt, aus erster, zweiter und dritter Hand.

Tipps und Infos:

Für die Buchung von Hostels gibt es zahlreiche Buchungsportale, beispielsweise Hostelworld oder Hostelbrookers.

Satt werden für ein paar Reais

Lunch per Kilo: Gute, oft sehr gutes Speisen für umgerechnet ein paar Euro gibt es bei den sogenannten Mittagsbuffets, die die Einheimischen frequentieren. Wie der Name schon sagt: Sie sind nur zur Lunchzeit geöffnet. Egal ob Salat, Fleisch, Beilagen oder Sopas – gezahlt wir danach Gewicht, „por Kilo" oder auch grammweise. „Man lädt sich auf den Teller nur so viel, wie es das Budget erlaubt", erklärt Dieter Jungblut, Reisejournalist und Experte für Lateinamerika.

Rodizio: Gegrilltes Fleisch essen, so viel man will für einen Fixpreis – das Konzept der sogenannten Rodizios greifen immer mehr Gastronomen in Rio auf. „Es entspricht der brasilianischen Mentalität", erzählt Jungblut. „Es ist wie eine Wette, die zwischen Gastronomen und Gast läuft: Der Gast möchte möglichst viel für sein Geld und der Gastronom auf seinen Schnitt kommen." Deshalb serviert der Koch nicht die feinsten Stücke zu Beginn, sondern variiert geschickt, um gleich eine Grundsättigung zu erzielen.

Wer das weiß, kann für wenig Geld die leckersten Speisen ergattern. Denn in der Praxis läuft es in einem Rodizio so: Das frisch gegrillte Fleisch wird in Stücken auf Spieße gesteckt, mit dem der Kellner an den Tisch kommt und von außen feine Scheiben abschneidet – so viel man will. Schon bald kommt der nächste Kellner mit dem nächsten Spieß vorbei – am Anfang eher Würstchen und Rinderherzen. Im Laufe des Abends folgen dann auch die Filetstücke. „Nur sind viele dann schon satt, weil sie vorher zugeschlagen haben", weiß Jungblut. Taktisches Abwarten ist hier die Kunst.
Das Rodizio-Konzept haben Restaurants ursprünglich für ihre Fleisch-Grills umgesetzt. Inzwischen gibt es auch Pizzerien oder Pasta und Sopas als Rodizio. Tipp: Noch ein bisschen Platz im Magen lassen. Wird die Rechnung verlangt, gibt's oft noch Dessert-Pizzen. „Erdbeere mit Schoko beispielsweise, es lohnt sich, darauf noch zu warten", so der Jungblut.

Busse, Bahnen oder zu Fuß

Nicht immer etwas für Zimperliche, vor allem nachts auch nur mit Vorsicht zu genießen, dafür gut ausgebaut und günstig: das Bussystem von Rio de Janeiro. Es verknüpft nicht nur die Favelas, sondern auch die Touristenattraktionen wie Zuckerhut, Copacabana oder Ipanema. „Hinten einsteigen, da sitzt ein ein Schaffner, der kassiert", rät Blogger Claus Seyfried und ergänzt. „Ein paar Busfahrer fahren recht zügig. Der Rest heizt wie gestört."
Alternative: Die Subway Metro von Rio gilt als günstiges, bequemes und modernes Fortbewegungsmittel, fährt aber nicht wie die Busse in jeden Winkel der Stadt.

Märkte zum Stöbern

Designer-Stücke von den berühmten Einkaufsmeilen Nossa Senhora de Copacabana und der Bara Rebeiro Street oder lieber in die Atmosphäre der Händler, Künstler und Brasileiros eintauchen? Manche Reiseführer begeistern sich für die Babilonia Hype Fair mit Kunsthandwerk, Musik und Tanz. Als besonders schön zum Stöbern und Flanieren gilt auch der Hippie-Markt in Ipanema rund um den Sracuras-Brunnen. Blogger Seyfried empfiehlt zudem den sonntäglichen Flohmarkt am Passeio P'ublico, wo es Münzen, Briefmarken und alte Ansichtskarten gibt.

Traumstrände: Ganz umsonst

„Rios schönste Attraktionen – die traumhaften Strände mit wundervollen Menschen – sind völlig kostenlos", heißt es bei Lonely Planet im Beitrag „Rio de Janeiro on a shoestring", was übersetzt so viel heißt wie „Rio für ein paar Groschen". Rios Strände, hier soll der Kult ums Surfen entstanden sein. Auf jeden Fall zählen die Copacabana und Ipanema zu den berühmtesten Stränden der Welt. Weniger bekannt ist der Barra da Tijuca, insgesamt 17 Kilometer lang und „wohl einer der schönsten in Brasilien", wie Holiday Check schreibt. Am Wochenende sei er voll von Cariocas, so heißen die Bewohner Rios, „unter der Woche menschenleer".

Lebensfreude pur – unbezahlbar

Und dann gibt es noch den Jeitinho, das „unglaubliche Geschick der Brasilianer mit Hindernissen und Vorschriften fertig zu werden", skizziert die Webseite In Brasilien das Lebensgefühl der Brasilianer, wie sich mit nachahmenswerter Leichtigkeit den Alltag wuppen lässt. „Eins der größten Phänomen dieses Landes", so das Portal. Wie das funktioniert erklärt die Webseite auch. Hakt es beispielsweise im Passamt an der lähmenden Langsamkeit der Bürokratie, sucht der als harmoniebedürftig bekannte Brasilianer einfach nach erfreulicheren Themen, um ein Gespräch aufzubauen. Ist das gemeinsame Hobby oder Interesse gefunden, sind die Tipps und Anekdoten ausgetauscht, sei das Abstempeln von Anträgen so von Kollege zu Kollege auch schnell gemacht.

Wer sich in den Jeitinho ein wenig hineindenken kann, der erlebt die Stadt mit ganz anderen Augen und vermutlich ohne große Hürden, sondern eher mit einer relaxten Leichtigkeit. Und eine Lebensgefühl, von dem sich viele Besucher gerne ein Stück mit nach Hause nehmen. Oder wie es „Brand eins" formuliert: „Die geschmeidige, lässige Art, allen Widerständen auszuweichen – in Rio de Janeiro kam der ,Jeitinho brasiliero' zur Welt."

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